III: Vogelschreddern, Gefahr durch Kollision und der Rotmilan

In den letzten beiden Artikeln über die Gefahren der Vogelwelt schrieb ich über die intensive Landwirtschaft und die hohe Dichte an Prädatoren. 

Doch auch während des Fluges sind sie ständig Gefahren ausgesetzt

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Der „Boom“ begann mit der Energiewende, mittlerweile stehen sie zu Tausenden in Deutschland – Windkraftanlagen. Sie sorgen für „grünen“ Strom, werden für Vögel und Fledermäuse aber zur tödlichen Falle.

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Quelle: Bundesverband Windenergie

 

 

An Land stehen Windkraftanlagen auf großen freien Grünflächen, die meist landwirtschaftlich genutzt werden. Die Flächen ziehen Mäuse und demzufolge auch Greifvögel an. Theoretisch könnten sie während der Nahrungssuche den Rotoren ausweichen, doch sie unterschätzen deren Geschwindigkeit und wäre da nicht der Sog – der durch die drehenden Rotoren entsteht. Eine genaue Statistik gibt es nicht, Schätzungen gehen von bis zu 100.000 getöteten Vögeln aus. Es gibt keine genauen Angaben, da verendete Tiere oftmals sofort von Aasfressern wegetragen werden, oder die Anlage beispielsweise in Getreidefeldern steht und man dort nicht jedes Tier findet.

Doch nicht nur an Land,auch auf dem offenen Meer gibt es mittlerweile viele Windparks. Besonders zur Zeit des Vogelzuges werden diese zur tödlichen Falle. Die meisten Vögel ziehen nachts, sehen von Weiten die Lichter der Anlage und glauben ein Objekt zusehen, auf dem sie pausieren können – geraten aber zwischen die Rotoren. Aber auch an Land werden die Parks, die meistens aus Dutzenden Anlagen bestehen, zum Problem während des Vogelzuges. Hier gilt das Gleiche wie auf dem Meer, durch die Lichter werden Rastplätze vermutet. Außerdem scheuen die meisten Arten während des Zuges die lärmenden Anlagen und so gehen viele Hektar Rast – und Nahrungsflächen verloren.

Doch nicht nur Windkraftanlagen, auch Hochhäuser, Stromleitungen und der Straßenverkehr wird zur Gefahr, wenn es während des Fluges zur Kollision kommt.

 

Besondere Verantwortung dem Rotmilan gegenüber

Rotmilan_bedroht
Milvus milvus
Der Rotmilan ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen und gehört zu den Milanen. Er bevorzugt strukturierte Landschaften mit Baumbeständen und Feldgehölzen, sowie an offene Flächen grenzende Waldränder.
Sie erreichen eine Körpergröße bis zu 70 cm, fast die Hälfte davon nimmt der Stoß ein. Weibchen werden etwa 200g schwerer als die Männchen, bis zu 1,4kg. Die Flügelspannweite beträgt bis zu 170 cm.
Rotmilane sind Gleitstoßgreifer, sie erspähen Beute in kreisenden Gleitflügen. Die Beute wird am Boden geschlagen, er gehört zu den Grifftötern, attackiert seine Beute jedoch oftmals mit dem Schnabel. Der Rotmilan ist ein Nahrungsgeneralist, er frisst v.a Kleinsäuger und kleine Vögel, Amphibien, Fisch und Aas.
Die Balz beginnt bereits im März, zeitig nach dem Eintreffen aus ihren Überwinterungsgebieten.
Sie haben eine Jahresbrut in der Zeit von März bis Juni, mit einer Gelegegröße von meist 3 Eier. Das Weibchen brütet alleine, die Brutdauer beträgt etwa 32 und die Nestlingsdauer 52 Tage.

 

Im Gegensatz zum Schwarzmilan ist der rote Verwandte kein „Allerweltsvogel“. Sein Bestand wird auf etwa 29.000 Brutpaare geschätzt, das Hauptverbreitungsgebiet liegt bei uns in Deutschland. Etwa 50-60% aller Brutpaare brüten bei uns, der Rest ist auf die Nachbarländer verteilt.

Mäusebussard und Rotmilan sind die häufigsten Opfer der Windenergie. Bei der Planung eines Windparks gilt, ein Mindestabstand von 1,5km zu Horsten einzuhalten. Feldversuche mit besenderten Tieren zeigten aber, dass der Aktionsradius, v.a während der Brut, wesentlich größer ist. Außerdem sollten die Flächen um die Anlagen kein bewirtschaftetes Grünland, sondern so gestaltet sein, dass sich keine Beutiere ansiedeln oder genügend Deckung finden.

Windkraft_naturschutz
Quelle: Bundesverband Windenergie

 

 

Soweit die Theorie um Windenergie und Naturschutz in Einklang zu bringen. Wie die Medien berichten, sieht die Realität oftmals ganz anders aus.

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