Beobachten und Fotografieren – Tipps für den Juli

 

Nachdem ich schon ein Artikel über allgemeine Tipps zum Beobachten/Fotografieren geschrieben habe dachte ich, verfasse noch einen für den Monat Juli. In der Natur und der Tierwelt passiert zur Zeit recht viel und das kann man sich zu nutze machen und einiges entdecken 🙂

Die Jungfüchse (anklicken)

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Seit dem ersten Verlassen des Baus sind nun gut 2 Monate vergangen und die Kleinen sind fast ausgewachsen. Wenn man weiß, wo ihr „Geburtsort“ – der Heckbau liegt, dann trifft man sie fast den ganzen Tag über im Umkreis an. Der Aktionsradius ist nun viel größer und bald werden sie ihre eigenen Wege gehen.

Auch wenn man kein Anblick der Jungen hat, dann kann man sie leicht anlocken indem man „mäuselt“. Das heißt, man ahmt mit dem Mund das Piepen einer Maus nach. Das erfordert jedoch ein wenig Übung. Man kann sich auch spezielle Mauspfeifchen kaufen, ein Stück Styropor oder ähnliches an der Schuhsohle reiben oder ganz einfach – mit dem Handy!

Am besten klappt es bei einen schnürenden Fuchs, um ihn auf Fotodistanz zu locken.

 

 

So konnte ich auch einen Welpen anlocken, der dann ganz verdutzt schaute, weil er keine Maus wittern konnte und dann stattdessen nach Fliegen schnappte. Das Video poste ich heute Abend bei Facebook.

 

Die Milchreife

Milchreife_wildschwein

Das Getreide steht nun in der Milchreife, das zieht insbesondere Schwarzwild an. Doch was ist eigentlich die Milchreife ?

Als Milchreife bezeichnet man bei Getreide einen Reifezustand des Korns, bei dem dieses noch hell (meist weiß) und sehr viel kleiner als das ausgereifte Korn ist. Milchreife Körner sind sehr weich, weil ihr Inneres von einer weißen, süßen Flüssigkeit gefüllt ist.

Weizen oder Gerstenschläge bieten den Schwarzkitteln Nahrung und Deckung gleichzeitig. Überblickt man von weiten, oder einen erhöhten Standpunkt aus ein Feld und sieht plattgewalzte Stellen oder Trampelpfade, dann kann man davon ausgehen, dass Sauen zugange waren.

Im Schutz der Felder sind sie fast den ganzen Tag aktiv, am besten man glast am frühen Abend die Felder mit einen Fernglas ab oder pirscht -gegen den Wind – am Feldrand entlang und achtet auf Geräusche. Sind Schweine im Feld, dann ist ihr Grunzen und lautes Schmatzen nicht zu uberhören, ihre Anwesenheit riecht man meist auch. Hat man Sauen ausgemacht, dann ist beim anpirschen im Feld Vorsicht geboten – das man nicht versehentlich zwischen Bache und Frischlinge gerät. Achtet vor allem auf den Wind und seid leise! Gehör und Geruchssinn sind bei Wildschweinen sehr stark ausgeprägt, sie sehen mit der Nase und sind durch die starke Bejagung besonders scheu und aufmerksam. Nutzt möglichst die Fahrspuren und trampelt nicht alles nieder.

Am besten ist es, ihr sprecht euch mit dem zuständigen Jagdpächter ab – nicht nur zu eurer Sicherheit, auch das ihr ihm Anblick oder Abschuss nicht versaut. Falls ihr kein Kontakt zum Pächter habt, dann tragt keine grüne Kleidung, sondern etwas auffälligeres. Schwarzwild sieht sowieso sehr schlecht.

Die Kitze (anklicken)

 

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Je nachdem wann sie gesetzt wurden folgen sie nun der Mutter auf Schritt und Tritt. Hat man Anblick einer Ricke, dann schaut die Umgebung genauer an – irgendwo wird das Kitz sein. Außerdem könnte man das Fiepen eines Kitzes wieder akkustisch nachahmen und damit die Ricke anlocken.

Bald beginnt auch die Blattzeit, in der die Böcke unvorsichtig werden und sich auch sehr gut locken lassen.

Die Ernte

Überall rollen die Traktoren, die Silage – und Heuernte ist im vollen Gange und so ergeben sich viele Möglichkeiten zum Beobachten und Fotografieren. Siehe letzter Artikel

Bald beginnt auch die Getreideernte und das Wild, was in den Feldern Schutz und Deckung sucht, wird aufgescheucht. Auf abgeernteten Flächen suchen dann wieder Greife oder der Fuchs nach Nahrung und man kann nun das Wild beobachten, dass die Felder als Wechsel nutzte und bisher „unsichtbar“ blieb.

 

Ästlinge und Nestflüchter

In Gebüschen und Bäumen – überall piept und schreit es. Es sind die Jungvögel, die je nach Vogelart und Brutbeginn schon fast flügge sind. Die Jungvögel sitzen dann irgendwo in der Nähe des Nestes, rufen und warten auf die Elterntiere, die den Nachwuchs noch eine Weile mit Futter versorgen.

Aber auch auf den Gewässern lässt sich viel entdecken und beobachten. Es sieht nicht nur ulkig aus wie eine Entenfamilie in einer Reihe umherschwimmt und kaum einer weiß, dass zB. Blasshühner mit ihren Nachwuchs sind zimperlich umgehen und Haubentaucher ihre Jungen mit Federn füttern.

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Auch wenn ich mich wiederhole, ihr seid Gast in der Natur – also benehmt euch auch so 😉

 

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anna sagt:

    Danke für die Tipps! Konnte im Urlaub täglich zwei fast ausgewachsene Jungfüchse treffen 🙂
    Ist es auch gesetzlich erlaubt, sie anzulocken? Zumindest bei Vögeln ist es ja verboten, sie mit Stimmen zu locken … Das würde ich nämlich gern mal ausprobieren! 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. waldgucker sagt:

      Gerne 😉

      Ja, bei Vögeln ist es untersagt zu locken, abgesehen von jagdbaren Arten.

      Elektronische Locker, wie eben mit Apps oder anderen Tondateien, sind nur bei der Jagd verboten.
      Ansonsten ist es bei Fotografen und Jägern gängige Praxis zu „mäuseln“.

      Gefällt 1 Person

      1. Anna sagt:

        Danke, gut zu wissen!

        Gefällt mir

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