Dachs: Still und heimlich – von vielen noch nie gesehen

In früheren Beiträgen hab ich schon öfter Verhaltensweisen über den sympathischen Maskenträger geschrieben. Für einen besseren Überblick dachte ich, schreibe noch einen kurzen Steckbrief über den Grimbart.

 

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1. Der Dachs, der im Fabelwesen Grimbart genannt wird und dessen wissenschaftlicher Name Meles Meles ist, ist unser größter Vertreter der Marderartigen.

2. Er hat einen stämmigen, gedrungenen Körperbau mit einen keilförmigen Kopf, rüsselartiger Schnauze und kurzen Gliedmaßen. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Körperlänge bis zu 80 cm und können bis zu 15kg schwer werden. Der Schwanz erreicht eine Länge von 10-15cm.

3. Das typischste Merkmal der Dachse ist ihre Gesichtsfärbung – die schwarze-weiße Maske und die kurzen, rundlichen Ohren. Die Fellfärbung auf dem Rücken ist silbrig-grau, der Bauch und die Läufe sind tiefschwarz

4. Dachse sind, in verschiedenen Unterarten, auf der ganzen Welt verbreitet. Der europäische Dachs kommt fast im ganz Europa vor. Als Lebensraum werden lichte Laub- und Mischwälder in hügeligen Landschaften, in denen sie tief liegende und weit verzweigte Erdbaue anlegen, bevorzugt. Mehr zum Dachsbau findet ihr hier und hier.

5. Dachsen wird nachgesagt, sie sind dem Menschen gegenüber äußerst scheu, das kann ich durch eigene Beobachtungen nicht bestätigen. Wie viele andere Wildarten wird auch der Dachs vermehrt zum Kulturfolger und legt seine Bauten in Parks oder Gartenanlagen an. Ein Bau liegt beispielsweise genau neben 2 Gärten, er scheint sich die Anwesenheit des Menschen und die laute Musik gewöhnt zu haben. Auch außerhalb von Siedlungen bin ich schon öfters Dachsen begegnet, sie sind bisher nie geflüchtet, sondern musterten mich kurz und gingen danach ihres Weges weiter.

6. Dämmerungs- und Nachtaktive Nasentiere – die Aktivität der Dachse beginnt in den frühen Abendstunden bis in den frühen Morgen hinein. Dachse sind sehr kurzsichtig, dafür ist der Geruchssinn umso ausgeprägter. Sie sind Allesfresser und fressen so ziemlich alles, was sie auf ihren Streifzügen finden können: pflanzliche Nahrung wie Obst, Beeren, Pilze, oder Kompost, Insekten, Schnecken und Regenwürmer, aber auch Mäuse, Vogeleier und Aas.

7. Bei der Nahrungssuche trifft man sie meistens alleine, deshalb wurde lange Zeit angenommen, sie seien mürrische Einzelgänger. Dachse leben aber im Familienclan, der aus ein Dutzend Tieren bestehen kann und sie zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten. An oberster Stelle steht meist ein dominantes Pärchen. Wenn sie zu später Stunde aus dem Bau „ausfahren“ verharren sie oft eine zeitlang am Eingang und sichern mit der Nase die Umgebung. Dann folgt oft der Gang zur Toilette und wenn die anderen Familienmitglieder die Burg verlassen haben wird sich ausgiebig der gegenseitigen Fellpflege gewidmet.

8. Die Paarungszeit, die sogenannte „Ranzzeit“, kann bereits nach der Geburt der Jungtiere im Februar/März beginnen. Besonders jüngere Fähen werden oft erst im Sommer ranzig. Eine Besonderheit ist die Eiruhe – die befruchtete Eizelle nistet sich erst später in die Gebärmutter ein – und so kann sie Tragezeit mehrere Monate betragen. Im Durchschnitt werden 2-4 blinde, wenig behaarte Welpen zur Welt gebracht, die nach 1-2 Monaten erstmals den Bau verlassen. Nicht immer wandern die Jungtiere ab, sondern bleiben ganz in der Nähe der elterlichen Burg oder erweitern ihr „Elternhaus“ einfach.

 

Ihr möchtet Dachse beobachten?

Finde einen Bau , finde mit einer Wildkamera heraus ob der Bau auch „befahren“ ist und schaue hier wie man sich beim Beobachten zu verhalten hat 😉

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